Souveräner deutscher Sieg in der Mixed Staffel / Hauswald, Neuner, Schempp und Peiffer überzeugen auf ganzer Linie

Ein schöneres Abschiedgeschenk hätten sich die beiden Bundestrainer Uwe Müßiggang und Frank Ullrich wohl nicht wünschen können. Das deutsche Team siegte eindrucksvoll im Mixed-Staffel Wettwerb in Khanty Manysisk und deklassierte die Konkurrenz um mehr als eine Minute. Die weiteren Podiumsplätze belegten die Staffeln aus Norwegen und Schweden.

Erwartungsgemäß gab Startläuferin Simone Hauswald das Tempo auf der Eingangsrunde vor und führte das Feld bis zum ersten Schießen an. Dort verfehlte sie die letzte Scheibe und brachte auch die erste Reservepatrone nicht ins Schwarze. Dadurch entstand ein Rückstand von rund 20 Sekunden auf Russland. Bis zur nächsten Zwischenzeitnahme hatte die Gosheimerin aber schon wieder 13 Sekunden gutgemacht und war nur noch knapp 6 Sekunden von Romanova entfernt. Trotz der Aufholjagd in der Loipe zeigte sie daraufhin einen stabilen Anschlag, traf die ersten vier Scheiben und brachte auch die letzte mit einem Nachlader zum Fallen. Lediglich die Ukrainerin Oksana Kvostenko war ein wenig schneller, welche jedoch umgehend von Simone eingeholt wurde. Beim Wechsel auf Magdalena Neuner hatte Hauswald dann sogar einen Vorsprung von 15 Sekunden herausgelaufen und brachte die Deutschen somit klar in Führung.

Diese konnte Lena noch ausbauen und erreichte als Erste das nächste Liegendschießen. Die Wallgauerin gab sich keine Blöße und traf auf Anhieb fast alle Scheiben. Lediglich bei Scheibe 4 gab es einen Randtreffer, so dass Neuner eine Nachladeptrone zu Hilfe nehmen musste. Dennoch gelang es ihr den Vorsprung auf fast 30 Sekunden zu vergrößern. Das Beste sollte aber erst noch kommen, denn im Stehendanschlag räumte sie dann wirklich alle Scheiben ab und ließ der Konkurrenz absolut keine Chance. Da gleichzeitig alle unmittelbar folgenden Konkurrentinnen patzten, setzte sich Neuner daraufhin mit rund 57 Sekunden an die Spitze. Bis zum nächsten Wechsel auf Simon Schempp kamen noch einmal 20 Sekunden dazu. Unterm Strich beendete Lena mit einem tollen Staffeleinsatz eine herausragende Saison.

Erstaunlicherweise verlor Schempp auf den ersten Kilometern nichts auf die Topathleten wie Svendsen und Ferry und konnte sogar weiter 10 Sekunden herauslaufen. Beim Liegendschießen zauberte er eine Nullfehlerserie aus dem Hut, so dass der Abstand von eineinhalb Minuten bestehen blieb. Auch in der Loipe zog der junge Deutsche sein Rennen durch, so dass die nachfolgenden Nationen keinen Boden gutmachten. Mit weiteren 5 Treffern in Folge machte Simon dann sein Rennen perfekt und konnte erneut auf ganzer Linie überzeugen. Er holte das Optimum heraus und übergab mit einem beruhigenden Vorsprung von immer noch 1:20 Minuten auf Arnd Peiffer.

Selbst Peiffer holte auf den ersten Metern rund 2 Sekunden gegen keinen Geringeren als Ole Einar Björndalen heraus und konnte den Abstand halten. Vermutlich irritiert von der unheimlichen, und nicht immer fairen Geräuschkulisse im Stadion, verfehlte der Peiffer im Liegendschießen die dritte und fünfte Scheibe. Diese traf er jedoch mit zwei Nachladern und verlor im direkten Vergleich zu Björndalen, welcher ebenfalls einmal nachladen musste, lediglich 20 Sekunden. Auf der zweiten Runde machte er aber wieder einige Sekunden gut und nährte sich kurz darauf dem letzten Schießen. Hier machte Arnd dann alles klar und brachte routiniert alle Patronen ins Ziel.



Datum: 28.03.2010 - 14:41:41 Verfasst von: Dominik

Magdalena Neuner gewinnt den Massenstart in Khanty-Mansiysk, die Disziplinenwertung und den Gesamtweltcup / Martina auf Platz 29

Beim Massenstart im russischen Khanty-Mansiysk bewies Magdalena Neuner erneut warum sie die beste Biathletin in dieser Saison ist. Mit ihrem Sieg sicherte sich die junge Wallgauerin nicht nur die große Kugel im Gesamtweltcup sondern auch die kleine Variante für die Disziplin. Zum Abschluss ihrer Karriere erreichte Sandrine Bailly den zweiten Platz vor der Slowakin Anastasiya Kuzmina.

Mit breiter Brust und dem fast schon gewohnten Gelben Trikot ging Lena im abschließenden Einzelrennen dieser Saison an den Start und führte das Feld in der ersten Schleife an. Durch zwei Nullfehlerserie bei den Liegendschießen brachte sie sich auf Zielkurs und konnte ab der dritten Runde ihr Rennen laufen. In guter alter Neuner-Manier nutzte sie die beiden Schießprüfungen um sich ein kleines Polster aufzubauen und für mögliche Strafrunden gewappnet zu sein. Beim dritten Schießen ließ Magdalena dann prompt die vierte und fünfte Scheibe stehen und musste 300 Meter extra laufen. Der Abstand zur Spitze blieb jedoch gering, so dass Neuner bei der letzten Schießprüfung wieder auf Augenhöhe mit der Konkurrenz in Form von Kuzmina lag. Trotz einer weiteren Strafrunde schob sie sich wieder auf den ersten Platz und brachte den Sieg ungefährdet nach Hause. Die Doppelolympiasiegerin von Vancouver kam somit nicht zu ihrem 5. Weltcuperfolg in dieser Saison, sondern gewinnt neben dem Gesamtweltcup auch die Disziplinenwertung.

Kati Wilhelm, welche im Vorfeld schon die ein oder andere Träne verdrückt hat, zeigte sich in ihrem letzten Rennen noch einmal hochkonzentriert und motiviert am Schießstand und konnte sich mit 5 Treffern im ersten Anschlag in der vorderen Gruppe festsetzen. Daraufhin folgte ein kleiner Patzer in Form von zwei Fahrkarten im Liegendschießen, welcher sie ein wenig zurückwarf. Anschließend kämpfte sich Kati allerdings wieder Stück für Stück nach vorne und lieferte sich nach 10 Treffern in den Stehendschießen auf der Schlußrunde ein packendes Duell mit der Französin Marie Laure Brunet. Diese war am Ende jedoch einen Tick schneller, so dass Wilhelm letztendlich als Sechste die Ziellinie überquerte. Allerdings nahm die Thrüringerin schon beim Einlauf ins Stadion das Tempo heraus, schnappte sich eine Fahne mit dem Schriftzug "Thank you and Goodbye" als kleine Abschiedsgeste für ihre Fans.

Ein dickes Minus gibt es in diesem Zusammenhang für die Norwegerin Tora Berger, welche auf den letzten Metern noch meinte an Wilhelm vorbeisprinten zu müssen. Dies muss wirklich nicht sein und war mehr als unsportlich. Es ging in diesem letzten Rennen gerade für sie um überhaupt nichts mehr und ob ich nun Vierte, Fünfte oder Sechste werde, darf eigentlich in solch einem Moment keine Rolle spielen. Andere Athletinnen wie etwa Olga Zaitseva erkannten hingegen die Situation, zeigten ein wenig Respekt und blieben hinter der Deutschen, so dass diese den Moment genießen konnte.

Andrea Henkel kämpfte tapfer, ackerte was das Zeug hielt, wurde letztendlich aber nicht für ihren Einsatz belohnt. Nach dem ersten Fehler im Liegendschießen fand sie durch eine Nullfehlerserie wieder Anschluss und überholte in der Loipe einige Konkurrentinnen. Dann leistete sich die Großbreitenbacherin allerdings gleich zwei Fehler und musste erneut in die Strafrunde abbiegen. Dennoch hatte sie dank einer guten Laufleistung beim letzten Schießen immer noch die Chance auf einen Platz unter den besten Zehn, verfehlte jedoch gleich die ersten drei Scheiben und fiel weit zurück. Mit insgesamt 6 Fehler erreichte Henkel somit lediglich den 13. Platz. Ähnlich erging es auch Tina Bachmann. Sie konnte sich anfangs mit nur einem Fehler liegend in eine gute Ausgangsposition bringen, scheiterte aber leider bei den Stehendschießen. Hier ließ die Schmiedebergerin stets die dritte und fünfte Scheibe stehen und verlor mit jeder Runde an Boden. Mit knapp 2 Minuten Rückstand kam sie als 17. ins Ziel.

Unmittelbar dahinter beendete Simone Hauswald ihr letztes Einzelrennen. Sie hatte vor Beginn des Wettbewerbs gute Chance die kleine Kristallkugel im Massenstart zu gewinnen und hätte theoretisch sogar noch Gesamtweltcupsiegerin werden können. Diese Tatsachen bauten anscheinend einen großen Druck auf Simone aus, denn sie lief heute nicht so unbeschwert und souverän wie sonst. Während der erste Fehlschuss im Liegendschießen nicht weiter schlimm war, verfehlte sie auch bei der zweiten Schießprüfung gleich zwei Scheiben und verlor den Anschluss an ihre unmittelbare Konkurrentin Neuner. Als dann wie bei Bachmann bei den Stehendanschläge immer die beiden gleichen Ziele stehen blieben (bei ihr waren es die Scheiben 1 und 3), war das Rennen endgültig gelaufen. Dennoch konnte sie sich sowohl in der Massenstartwertung als auch im Gesamtweltcup über den 2. Platz freuen, den sie bereits vor einigen Wochen als persönliches Ziel erklärt hatte.

Martina Beck machte auf dem vorletzten Platz das deutsche Mannschaftsergebnis komplett. Auch bei ihr lässt sich nur schwer einschätzen, ob zuviele Gedanken im Kopf herum schwirrten oder der emotionale Druck besonders groß war, auf jeden Fall tat sie sich schwer und absolvierte keine Schießeinlage fehlerfrei. Für Beck relativ ungewohnt, blieben gleich zu Beginn zwei Scheiben im Liegendanschlag stehen, so dass die Mittenwalderin bereits nach der ersten Schleife über eine Minute zurücklag. Auch im zweiten Schießen zeichnete sich anschließend das gleiche Bild ab, denn erneut fanden zwei Patronen nicht den Weg ins Schwarze. Erst bei den Stehendschießen schien sie den richtigen Rhythmus gefunden zu haben und traf die ersten vier Scheiben, setzte aber stets den fünften Schuss daneben. Während sich die Teamkolleginnen im Ziel bereits in den Armen lagen, trudelte Beck mit einem Rückstand von fast 5 Minuten allmählich im Ziel ein und wurde dort von Sabrina Buchholz und Kathrin Hitzer mit einem Plakat überrascht. Bei aller Freude und Erleichterung, dass nun alles vorbei ist, ist der 29. Platz leider eher enttäuschend. Gerade am Ende einer solch langen und ohne Zweifel erfolgreichen Karriere hätte man sich einen etwas würdevolleren Abgang für Martina gewünscht.

Morgen kommen Magdalena Neuner, Simone Hauswald, Simon Schempp und Arnd Peiffer in der Mixed-Staffel zum Einsatz und können mit einem WM-Titel die ohnehin erfolgreiche Saison aus Sicht der Biathlondamen abrunden.


(Foto © Natalia Kolesnikova / Alexey Kudenko / AFP Photo)



Datum: 27.03.2010 - 20:14:59 Verfasst von: Dominik

Yana Romanova gewinnt den Sprint in Khanty-Mansijsk / Hauswald wird Vierte und holt sich die kleine Kugel / Martina landet auf Platz 55

Nach einer mehr als durchwachsenen Saison für die russisches Biathletinnen, kommen nun wenigstens die heimischen Fans auf ihre Kosten. Beim Sprint in Khanty-Mansijsk siegte Yana Romanova vor Marie Laure Brunet aus Frankreich und Helena Jonsson aus Schweden. Simone Hauswald verpasste als beste Deutsche auf Platz 4 nur knapp das Podest.

Dennoch bewies Simi erneut, dass sie neben Magdalena Neuner derzeit die stärkste Athletin im Aufgebot des DSV ist. Nach einem fehlerfreien Serie im Liegendanschlag lag Hauswald nach ihren jüngsten Erfolgen in Oslo wieder einmal auf Siegkurs und hatte alle Trümpfe in der Hand. Bei der zweiten Schießprüfung blieb allerdings eine Scheibe stehen und die Strafrunde drohte. Trotz der 150 Extrameter war Simone am Ende nur 16 Sekunden langsamer als die Siegerin aus Russland. Selbst ohne Podestplatz gab es Anlass zur Freude, denn mit der heutigen Platzierung gewann sie die kleine Kugel in der Disziplinenwertung. Ein noch größeres Laufpensum zeigte nur die bereits angesprochene Wallgauerin. Wenn man lediglich den Rückstand von 23,9 Sekunden betrachtet, sollte man nicht es nicht für möglich halten, dass Lena zuvor bereits dreimal kreiseln musste. Auf den ersten Fehler im Liegendschießen, folgten anschließend zwei weitere und dennoch landete Neuner auf dem 8. Platz. Dadurch wurde zwar die Entscheidung über den Gesamtweltcupsieg auf Samstag vertagt, doch eigentlich ist dieser ihr nicht mehr zu nehmen. Ein 22. Platz im Massenstart am Samstag würde vollkommen ausreichen, was angesichts der letzten paar Ergebnisse durchaus machbar erscheint.

Durch den Sieg im zweitklassigen IBU-Cup stieß heute ein bekanntes Gesicht ins deutsche Team. Sabrina Buchholz gab sich die Ehre und wurde auf Anhieb auf Platz 11 drittbeste Deutsche. Sie traf alle zehn Scheiben und konnte überzeugend; zumal sie viele etablierte Athletinnen alt aussehen liess. Bei Andrea Henkel scheint - wie bei etlichen anderen Konkurrentinnen - zum Ende der Saison hin die Luft draußen zu sein. Zwar blieb bei ihren beiden Schießeinlagen nur eine Scheibe stehen, doch im Ziel hatte sie dennoch rund 45 Sekunden Rückstand auf Romanova. Im Interview nach dem Rennen bekräftigte die Großbreitenbacherin jedoch die Absicht ihre Laufbahn fortzusetzen und versprach nächstes Jahr an gleicher Ort und Stelle um die Medaillen mitkämpfen zu wollen. Kathrin Hitzer erreichte Platz 15 und war damit immerhin auf Augenhöhe mit Namen wie Tora Berger oder Domracheva Darya. Sie kam liegend fehlerfrei durch und leistete sich auch im Stehendanschlag nur einen Fehler. Lediglich an ihrer Laufleistung muss sie weiterhin arbeiten, denn rund 55 Sekunden Rückstand sind weiterhin zuviel für eine gute Platzierung unter den besten Zehn.

Nicht ganz so erfolgreich verlief das letzte Sprint-Rennen der Karriere für Kati Wilhelm und Martina Beck, die bekanntlich beide ihren Rücktritt zum Saisonende angekündigt haben. Die dreimalige Olympiasiegerin Wilhelm fand keinen Rhythmus und schoss sich mit jeweils einem Fehler bei beiden Schießprüfungen aus dem Wettbewerb. Da im weiteren Verlauf dann auch die Kräfte allmählich nachließen, reichte es für sie nur zu Platz 25, welchen sie mit einem Rückstand fast eineinhalb Minuten belegte. Kennt ihr Mari Laukkanen und Elisabeth Högberg? Nein, ich auch nicht. Doch dies sind die zwei Athletinnen zwischen die sich Martina im Klassement einreihte. Die Mittenwalderin, welche mit dem Schriftzug "Danke" an den Start ging, verbaute sich eine bessere Platzierung im Stehendschießen, wo sie zweimal die Patrone nicht ins Schwarze brachte und in die Strafrunde abbiegen musste. Im Vergleich zu ihren bisherigen Sprintrennen hinkte Martina leider auch läuferisch der Konkurrenz hinterher, so dass unterm Strich nur der enttäuschende 55. Platz herauskam, welcher zugleich ihr mit Abstand schlechtestes Saisonergebnis darstellt. Tina Bachmann wurde sogar nur 59. und hatte dabei ganze 6 Strafrunden auf dem Konto. Selbst mit dem ersten Fehler beim Liegendschießen lag sie zur Halbzeit immer noch gut im Rennen, traf allerdings stehend trotz guter Windverhältnisse keine einzige Scheibe und fiel aussichtslos zurück.

(Foto © Natalia Kolesnikova / AFP Photo)



Datum: 25.03.2010 - 20:04:43 Verfasst von: Dominik

Unglaublicher Hattrick durch Simone Hauswald / Magdalena Neuner wird Dritte und bleibt in Gelb / Martina Beck landet erneut auf Platz 7

Simone Hauswald gelang heute etwas was man sonst nur vom Fußball her kennt und schrieb Geschichte. Zum Abschluß des Weltcups in Oslo siegte sie im Massenstartrennen zum dritten Mal in Folge und durfte erneut in die Loge von König Harald. Auf die weiteren Podestplätze kamen die Ukrainerin Vita Semerenko sowie Magdalena Neuner, die den Gesamtweltcup weiterhin anführt.

Nach den jüngsten Erfolgen war Simone Hauswald natürlich mehr als motiviert. Dies versuchte sie gleich auf der ersten Runde zu zeigen, wo sie nicht nur an der Spitze des Feldes zu finden war, sondern sogar an Magdalena Neuner vorbeiging und die Führungsarbeit übernahm. Bei den beiden Liegendanschlägen verfehlte Simi allerdings jeweils eine Scheibe und fiel zwischenzeitlich auf den 14. Platz zurück. Den Anschluss fand sie jedoch durch zwei makellose Stehendschießen. Da die Konkurrenz allesamt beim letzten Schießen patzte, war auf einmal Hauswald zur Stelle und ging quasi aus dem Nichts zurück an die Spitze. Auf der Schlußrunde wurde der Abstand zur Ukrainerin mit jedem gelaufenen Meter größer, dass so sie den Zieleinlauf so richtig genießen konnte. Im Gesamtweltcup rückte sie damit sogar auf Platz 2 nach vorne und ist nun die härteste Konkurrentin von Magdalena Neuner.

Diese zeigte einen ähnlichen Rennverlauf wie Simi. Zunächst war sie stets in der Spitzengruppe zu finden und konnte ihre Position dort mit einer Nullfehlerserie im ersten Anschlag behaupten. Beim zweiten Schießen ließ sie dann jedoch eine Scheibe stehen und fiel bedingt durch die Strafrunde auf den 3. Platz zurück. Aus der 3 wurde dann eine 7 als die Wallgauerin auch beim ersten Stehendschießen einmal patzte. Allerdings war sie auch an diesem Sonntag läuferisch wieder Top in Form, so dass sie beim letzten Schießen doch noch um den Tagessieg mitkämpfte. Hier verfehlte eine Patrone das Ziel, so dass sie abermals in die Runde musste und nur als Siebte zurück in die Loipe ging. Da die Abstände jedoch äußerst gering waren, holte sie unter anderem Henkel und Beck ein und kam auf den letzten Metern sogar fast noch an Vita Semerenko. Für den zweiten Platz reichte es nicht ganz, doch da Helena Jonsson nur auf den enttäuschenden 28. Platz kam, hatte Lena ihr Ziel - die Weltcupführung zu verteidigen - erfüllt.

Das vorangegangenen Jagdrennen und der damit verbundene 22. Platz spiegelten nicht das wieder was Andrea Henkel zu leisten im Stande ist. Das es auch anders geht, bewies sie mit dem heutigen Resultat. Die Großbreitenbacherin arbeitete sehr konzentriert am Schießstand und reihte sich nach 5 Treffer liegend hinter Neuner an der zweiten Position ein. Durch weitere 10 Treffer in Folge ging sie sogar an die Spitze und lag zum vierten Schießen hin auf Siegeskurs. Dort setzte sie leider die dritte Patrone daneben und vergab durch diese Fahrkarte einen möglichen Platz auf dem Podest. Auf der Schlußrunde hat sie dennoch genügend Reserven und erreichte rund 10 Sekunden hinter Neuner das Ziel.

Erfreulicherweise konnte Martina Beck ihr tolles Ergebnis in der Verfolgung wiederholen und landete erneut auf dem 7. Platz. Sie traf als eine von fünf Athletinnen alle Scheiben am Schießstand und vermied komplett die Strafrunde. An einem guten Tag wäre sie mit einer "Null" sicherlich aufs Podest gelaufen oder hätte sogar um den Sieg mitgekämpft, doch dazu ist die Mittenwalderin momentan nicht mehr in der Lage. Auch wenn am Ende nur die endgültige Platzierung im Klassement zählt, muss man sehen, dass sie im Vergleich zu Simone Hauswald mehr als eine Minute langsamer war. Diese lief insgesamt vier Strafrunden und war am Ende trotzdem 40 Sekunden schneller als Martina. Alles in allem schien sie sich das Rennen jedoch gut eingeteilt zu haben, denn auf der Schlußrunde verlor sie glückerlicherweise nicht allzuviele Positionen und konnte ihre Platzierung in den TopTen, unter denen sie sich über die komplette Distanz hinweg befand, verteidigen. Im Gesamtweltcup liegt sie mit dem heutigen Ergebnis nun auf Platz 15.

Zur selben Zeit schien auch bei Kati Wilhelm der Akku leer zu sein. Analog zu Henkel, blieb sie bis zum letzten Schießen fehlerfrei und war mal auf Platz 6, dann auf 4 und schließlich auf 2 zu finden. Der letzte Anschlag machte ihr jedoch viel kaputt, wobei ein einziger Fehler bei 20 Schuss natürlich immer ein sehr gutes Ergebnis ist. Auf den letzten Kilometern wirkte Wihelm müde und konnte ihre 8. Position, die sie nach dem Schießen hatte, nicht ins Ziel retten und wurde 10.

Tina Bachmann wurde trotz nur zweier Schießfehler lediglich 24. Vorallem ihr Sturz in der Mitte des Rennen brachte sie vermutlich total aus dem Konzept. Sie stürtzte einen kleinen Abhang hinunter und müsste sich mühsam erst wieder auf die Strecke kämpfte. Glücklicherweise passierte ihr nichts beziehungsweise wurde das Gewehr bei diesem Vorfall nicht beschädigt, so dass sie im Rennen blieb und wieder ein paar Weltcuppunkte einfahren konnte.

(Foto © Hakon Mosvold Larsen / AFP Photo)



Datum: 21.03.2010 - 20:01:01 Verfasst von: Dominik

Simone Hauswald gewinnt nach dem Sprint auch die Verfolgung am Holmenkollen / Martina Beck kämpft sich auf Platz 7 vor

Nach ihrem Sieg vor zwei Tagen im Sprint hat es Simone Hauswald erneut auf den ersten Platz geschafft und gewann die Verfolgung am Holmenkollen vor Domracheva und Olofsson-Zidek, welche ebenfalls ihre Positionen verteidigen konnten.

Während sie auf der Eingangsrunde noch vorne weg lief, büsste Hauswald gleich nach dem ersten Liegendschießen ihre Führung ein, bei dem sie zwei Scheiben stehen ließ. Nach der Absolvierung der beiden Strafrunden fand sie sich zunächst auf dem 5. Platz wieder. Durch zwei fehlerfreie Anschläge machte Simi dann jedoch Boden gut und war zum letzten Schießen hin wieder auf Augenhöhe mit Domracheva und Olofsson-Zidek. Während Darya und auch Simone nur einmal patzten, setzte die Schwedin zwei Schüsse daneben und vergab ihre Siegchancen. Auf der Schlußrunde lieferten sich die Deutsche und die Weissrussin ein packendes Duell, welches am Ende zu Gunsten von Hauswald ausging, die klar die besseren Reserven hatte.

Zweitbeste Deutsche wurde - und dies freut uns natürlich besonders - Martina Beck. Sie kämpfte sich bereits durch eine Nullfehlerserie beim Liegendschießen nach den ersten 2 Kilometern auf den 7. Platz nach vorne und hatte diesen lange Zeit inne. Erst als sie nach weiteren 5 Treffern dann im ersten Stehendschießen die vierte Scheibe verfehlte und in die Strafrunde musste, fiel sie kurzzeitig auf Platz 9 zurück. Beim letzten Anschlag passte dann wiederum alles, so dass die Mittenwalderin ein Stück nach vorne kam und letztendlich mit dem 7. Platz mehr als zufrieden war. Die Frau im Gelben Trikot fand hingegen nicht so richtig ihren Rhythmus und ließ bei allen vier Schießprüfung mindestens eine Scheibe stehen. Auf der Strecke spielte sie mit einer Selbstverständlichkeit natürlich ihre große Stärke aus und machte den entstandenen Rückstand durch die Strafrunden wieder wett, doch für ganz vorne reichte es diesmal nicht. Eine bessere Platzierung verbaute sich die Wallgauerin vorallem durch den letzten Anschlag, wo sie zum Schluß noch einmal zwei Fahrkarten schoss. Dennoch hat sie Grund zur Freude, da ihr bereits vor diesem Rennen, der Sieg in der Disziplinenwertung nicht mehr zu nehmen war und sie die kleine Kristallkugel in der Verfolgung in Empfang nehmen konnte. Außerdem baute sie mit ihrem 8. Platz weiter die Führung im Gesamtweltcup auf Jonsson aus.

Für Kati Wilhelm war das gesamte Rennen ein Auf und Ab. Als Zehnte gestartet, setzte die im ersten Anschlag die fünfte Patrone daneben und konnte mit der Spitzengruppe nicht mithalten. Anschließend blieb bei ihr die Null stehen, was ihr wieder einen leichten Schub nach vorne verschaffte. Beim ersten Stehendschießen handelte sich die Thüringerin dann allerdings gleich zwei Strafrunden ein, welche sie erneut zurückwarfen. Durch eine Nullfehlerserie bei der letzten Schießprüfung konnte sie ihre Position festigen und schrammte als Zwölfte nur knapp an einer Platzierung unter den besten Zehn vorbei. Teamkollegin Tina Bachmann machte dank zwei fehlerfreier Liegendanschläge von ihrem 18. Platz aus einen Satz nach vorne um dann in der Folge durch jeweils eine verpasste Scheibe wieder auf ihre Ausgangsposition zurückzufallen.

Andrea Henkel hatte als 14. des Sprints mit einem Rückstand von rund einer Minute eine gute Ausgangslage, fand aber nicht so richtig in den Wettbewerb. Meist fand entweder die erste oder letzte Patrone nicht den Weg ins Schwarze. Dies hatte zur Folge, dass die Großbreitenbacherin mit jeder Runde einige Positionen verlor und am Ende mit mehr als 3 Minuten Abstand zur Siegerin nur als 22. die Ziellinie überquerte. Noch heftiger erwischte es nur Kathrin Hitzer. Auf drei Strafrunde im ersten Liegenschießen folgten jeweils zwei weitere bei den Anschlägen zwei und drei. Da half dann auch das makellose Stehendschießen zum Abschluss nichts mehr. Hitzer rutschte vom 17. auf den 43. Platz zurück und war heute das deutsche Schlußlicht.

(Foto © Hakon Mosvold Larsen / AFP Photo)



Datum: 20.03.2010 - 22:56:37 Verfasst von: Dominik

Simone Hauswald sprintet am Holmenkollen zu ihrem zweiten Saisonsieg und tritt zurück / Martina belegt Platz 13 und hört ebenfalls auf

Simone Hauswald hat am Holmenkollen in Oslo beim heutigen Sprint ihren zweiten Saisonsieg eingefahren und im gleichen Atemzug ihren Rücktritt vom aktiven Sport bekanntgegeben. Die weiteren Plätze belegten die Weissrussin Darya Domracheva sowie Anna Carin Olofsson-Zidek aus Schweden.

Der Schlüssel zum Sieg war eine gute Renneinteilung. Auf der Eingangsrunde büßte Simone ein paar Sekunden auf die Konkurrenz ein, konnte das läuferische Niveau aber halten und machte zum Ende hin somit wertvollen Boden gut. Gleichzeitig war ihr schon vor Rennbeginn bewusst, dass man nur mit einem fehlerfreien Ergebnis am Schießstand aufs Podest kommt. Und genau dieses zauberte sie dann auch aus dem Hut, war konzentriert - aber auch schnell - bei beiden Anschlägen und unterm Strich rund 5 Sekunden schneller als die härteste Konkurrentin. Anschließend gab sie im Interview in der ARD ihren Rücktritt vom aktiven Leistungssport bekannt und möchte sich nach dieser Saison zunächst der beruflichen Laufbahn beziehungsweise der Familieplanung widmen.

Die Gesamtweltcupführende Magdalena Neuner kämpfte ebenfalls um den Tagessieg mit. Nach 5 Treffern im Liegendschießen peilte die Wallgauerin einmal mehr das Podest an, scheiterte in der Folge dann allerdings beim Stehendschießen. Hier ließ sie zwei Scheiben stehen und begab sich mit 300 Extrametern in den Beinen auf die Schlußrunde. Da der Rückstand auf Simi mit 40 Sekunden nicht uneinholbar ist, hat Lena in der Verfolgung am kommenden Samstag immer noch gute Chance auf eine Platzierung ganz vorne. Da Helena Jonsson nicht über Platz 24 hinaus kam, wuchs der Vorsprung im Gesamtklassement weiter an, welches die junge Doppelolympiasiegerin nun mit 53 Punkten anführt. Die Weichen für einen erneuten Gewinn der "großen Kugel" sind also gestellt.

Kati Wilhelm nahm in der ersten Startgruppe als Fünfte das Rennen auf und sorgte dadurch schon frühzeitig für die ersten Bestmarken. Sowohl im Liegend- als auch im Stehendschießen brachte sie alle Patronen ins Schwarze und belegte zunächst Platz 1. Allerdings musste der weitere Verlauf des Wettbewerbs zeigen, was ihre Zeit am Ende wert war. Leider waren gleich 9 Athletinnen letztendlich schneller als sie, so dass Kati auf den 10. Platz durchgereicht wurde. Sie geht mit einem Rückstand von rund 55 Sekunden in den Verfolger. Recht ähnlich erging es Martina Beck. Trotz eines perfekten Schießergebnisses musste sie sich mit dem 13. Platz zufrieden geben und verpasste den Sprung unter die besten Zehn um gerade mal 2,4 Sekunden. Dennoch hat sie am Wochenende natürlich ebenfalls gute Karten und kann sich unter Umständen noch um die ein oder andere Position verbessern.

Weniger als eine Sekunde dahinter reihte sich auch schon Andrea Henkel ins heutige Klassement ein. Die Großbreitenbacherin schoss jedoch einen Fehler beim Stehendschießen und war dadurch theoretisch sogar schneller als Wilhelm und Beck unterwegs beziehungsweise hätte ohne die Strafrunde unter die besten 5 sprinten können. Da die Abstände nach vorne jedoch sehr gering sind, ist im Verfolgungswettbewerb sicherlich ein Platz in den TopTen drin. Analog zu Henkel handelte sich Kathrin Hitzer eine Fahrkarte im stehenden Anschlag ein, nachdem sie liegend fehlerfrei geblieben war. Läuferisch befindet sich die Freundin von Michael Greis aber defintiv auf dem aufsteigenden Ast und mit dem 17. Platz kann sie im Großen und Ganzen sicherlich zufrieden sein. Tina Bachmann rundete schließlich auf Platz 18 das gute deutsche Mannschafts- ergebnis ab. Sie traf alle Scheiben am Schießstand, wirkte in der Loipe allerdings nicht so spritzig und frisch wie andere Biathletinnen und liess an dieser Stelle mehr als eine Minute liegen.

Rücktritt von Martina

Nach einigen Spekulationen und Gerüchten in den vergangenen Tagen, gab Martina heute sowohl im Fernsehen als auch über ihre offizielle Homepage ihren Rücktritt bekannt. Für uns kam diese Neuigkeit ebenso überraschend und plötzlich wie für alle anderen auch. Man hat sich zwar schon grundlegend mit dem Gedanken auseinandergesetzt, aber viele hatten darauf spekuliert, dass die Mittenwalderin vor dem Karriereende zumindest noch 2012 die Weltmeisterschaften in Ruhpolding mitmacht um sich dort vor heimischer Kulisse zu verabschieden. Wir respektieren selbstverständlich ihre Entscheidung - zumal wir natürlich auf der anderen Seite auch wenig daran ändern können - und wünschen ihr für den weiteren Lebensweg alles Gute. Ob und wie es mit dem Fanclub nun weitergeht, darüber haben wir uns, ehrlich gesagt, noch keine tiefer- gehenden Gedanken gemacht. Ich denke, und dies ist meine persönliche Meinung, dass wir in dieser Form - ähnlich wie etwa der Sven Fischer Fanclub - bestehen bleiben und dem Biathlonsport nicht von heute auf morgen den Rücken zukehren werden. Da noch ein bißchen Geld in der Fanclubkasse ist, werden wir vermutlich auch die Webseite noch eine Zeit lang aufrecht erhalten können und dadurch weiterhin präsent sein.

Inzwischen findet man auf zahlreichen Internetportalen wie biathlon2b.com, sport1.de, sportal.de, faz.net, merkur-online.de, tagesspiegel.de, shz.de, news.de oder kicker.de entsprechende Berichte rund um die heutigen Ereignisse.

(Foto © Kyrre Lien / Scanpix / AFP Photo)



Datum: 18.03.2010 - 21:12:26 Verfasst von: Dominik

Online-Auktionen von Martina auf eBay: Signierte Olympia-Sweater zur Unterstützung der "Turtle Foundation"

Martina Beck unterstützte schon die letzten Jahre immer wieder gemeinnützige Projekte wie zum Beispiel Peter Maffays Tabaluga Kinderstiftung oder die Initiative Oberland e.V. Derzeit läuft ebenfalls wieder eine Auktion auf der bekannten Onlineplattform eBay: Bis kommenden Sonntag werden unter den nachfolgenden Links drei Sweater versteigert, welche von Martina, Magdalena Neuner und Christoph Sumann signiert sind. Diese Sweater, welche in den Größen S, M und L vorliegen, waren die gemeinsame „Teameinkleidung“ der Familien und Freunde, die zu den Olympischen Winterspielen nach Whistler mitgereist sind.

Der Gesamterlös wird der so genannten "Turtle Foundation" zufließen, einer staatlich anerkannten gemeinnützigen Stiftung, welche bedeutende Schutzprojekte für Meeresschildkröten unterhält. Martina unterstützt diese Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Kooperationspartner taucher.net und würde sich freuen, wenn am Ende eine schöne Summe zusammenkommt!

ebay.de - Sweater von Lena Neuner, Christoph Sumann, Martina Beck - Größe S mit Signatur der 3 Olympiamedaillengewinner!
ebay.de - Sweater von Lena Neuner, Christoph Sumann, Martina Beck - Größe M mit Signatur der 3 Olympiamedaillengewinner!
ebay.de - Sweater von Lena Neuner, Christoph Sumann, Martina Beck - Größe L mit Signatur der 3 Olympiamedaillengewinner!


Quelle: biathlon-online.de / martina-beck.de / ebay.de



Datum: 16.03.2010 - 12:45:10 Verfasst von: Dominik

Darya Domracheva gewinnt die Verfolgung in Kontiolahti / Magdalena Neuner und Simone Hauswald auf dem Podest / Martina auf Platz 19

Darya Domracheva hat zum zweiten Mal innerhalb von 24 Stunden in Kontiolahti triumphiert und sich auch den Sieg in der Verfolgung geholt. Die Weissrussin konnte am Schießstand mit nur einem Fehler überzeugen und kam mit einem Vorsprung von 12 Sekunden ins Ziel. Doch auch Magdalena Neuner gelang es ihre Position zu verteidigen und lief erneut als Zweite über die Ziellinie. Simone Hauswald machte auf Platz 3 den deutschen Doppelerfolg perfekt.

Magdalena Neuner machte von der ersten Minute an Druck und versuchte schon auf der Eingangsrunde die Lücke nach vorne zu schließen. Nach einer Nullfehlerserie im Liegendschießen heftete sie sich schließlich an die Fersen von Domracheva und bot ihr auf der Strecke Paroli. Beide kamen anschließend gemeinsam an den Schießstand, doch während die andere noch in der Vorbereitungsphase war, hatte Neuner schon vier Scheiben getroffen und ging mit einem fehlerfreien Ergebnis in Führung. Auf der dritten Schleife konnte die Wallgauerin dann Boden gutmachen und näherte sich mit einem kleinen Polster dem Stehendschießen. Hier schoss sie ihren Rhythmus durch, verfehlte aber auch zwei Scheiben und fiel zurück. Allerdings waren die fünf besten Athletinnen, bestehend aus Hauswald, Neuner, Domracheva, Zaitseva und Semerenko, zum letzten Schießen dann wieder vereint, so dass es noch einmal spannend wurde. Aus dieser Gruppe tat sich jedoch nur die Weissrussin mit einem fehlerfreien Trefferbild hervor und übernahm abermals die Führung. Neuner ließ eine Scheibe stehen und musste in die Strafrunde, konnte aber den Rückstand mit 18 Sekunden in Grenzen halten. Zum Schluß gab sie noch einmal alles, doch da Darya ebenfalls eine gute letzte Runde lief, reichte es nicht mehr für ganz vorne. Im Gesamtweltcup holte Lena nebenbei erwähnt wieder mehr Punkte als Jonsson und bleibt im Gelben Trikot.

Simone Hauswald, welche als Zwölfte ins Rennen ging, arbeitete sich kontinurlich nach vorne und traf bei den ersten drei Schießprüfung 15mal ins Schwarze. Als er zur Entscheidung beim letzten Schießen kam lag sie dann auf Augenhöhe mit Neuner und Co, leistete sich dann allerdings ihren ersten Fehler und verpasste somit die Chance auf den Tagessieg. Wie bereits auf der vierten Schleife hängte sich Simi ein weiteres Mal an die Skienden von Neuner und verteidigten hochverdient den dritten Platz. Kati Wilhelm hingegen schoss sich gleich zu Beginn der Verfolgung aus den vorderen Platzierungen heraus, als sich zwei Scheiben im Liegendschießen verfehlte und 300 Meter extra laufen musste. Im weiteren Verlauf fand sie jedoch wieder ins Rennen zurück und kämpfte sich mit 15 Treffern im Folge näher an die Spitze heran. Auf der letzten Runde setzte sie sich gegen Oksana Khvostenko durch und landete auf Platz 6.

Andrea Henkel fand am Schießstand heute leider nicht so recht den richtigen Rhythmus und setzte bei den ersten drei Anschläge jeweils eine Patrone daneben. Dadurch war sie stets im vorderen Mittelfeld zu finden und blieb zunächst eher unaufällig. Beim letzten Schießstand blieb dann die Null stehen, so dass die Großbreiterbacherin noch einmal einen kleinen Sprung nach vorne machte und den 8. Platz erreichte. Martina Beck hingegen konnte erneut eine makelose Schießbilanz für sich verbuchen. Sie traf insgesamt 20mal ins Schwarze, ließ die Strafrunde links liegen und machte mit jeder Runde ein paar Positionen gut. Letztendlich sollte es für sie der 19. Platz werden, mit dem die Mittenwalderin auch im Gesamtweltcup wieder unter die besten 20 rutscht. Nur wenige Sekunden hinter ihr überquerte schließlich auch Kathrin Hitzer die Ziellinie. Sie patzte bei allen schießprüfung immer einmal, konnte aber ihr Niveau halten und verschlechterte sich nur um eine Position im Vergleich zum vorangegangenen Sprint. Tina Bachmann lag zunächst gut im Rennen und kam durch zwei fehlerfreie Liegendschießen immer weiter nach vorne. Doch beim Stehendschießen gab es dann den ersten kleinen Rückschlag und nach drei weiteren Fehlern im letzten Anschlag verspielte sie dann endgültig ihre Chancen auf eine Topplatzierung, so dass sie von Platz 11 auf 31 nach hinten durchgereicht wurde.

(Fotos © Mikko Stig / Lehtikuva / AFP Photo)



Datum: 14.03.2010 - 14:14:13 Verfasst von: Dominik

Darya Domracheva gewinnt den Sprint in Kontiolahti / Kati Wilhelm auf dem Podest / Martina trotz fehlerfreiem Schießen nur auf Platz 31

Die Weissrussin Darya Domracheva hat sich nach ihrer tollen Vorstellung in der Staffel beim Sprint in Kontiolahti erneut in Bestform gezeigt und dadurch den Tagessieg eingefahren. Die weiteren Podestplätze belegten Olga Zaitseva aus Russland sowie Kati Wilhelm, welche beide ebenfalls fehlerfrei geblieben waren.

Nach ihrer durchwachsenen Vorstellung im vorangegangenen Rennen, ging es für Wilhelm heute wieder bergauf. Die Thüringerin arbeitet sehr konzentriert am Schießstand und räumte - wie viele andere Athletinnen im Feld - alle Scheiben am gut beherrschbaren Schießstand ab. Gleichzeitig konnte sie ihr Lauftempo über die volle Distanz hinweg aufrecht erhalten, brach nicht ein und auf Position 3 nur 13,5 Sekunden Rückstand bei der morgigen Verfolgung. Ähnlich läuferisch überzeugend war natürlich auch wieder Magdalena Neuner. Nach einer Nullfehler- serie im Liegendschießen war der nächste Erfolg bereits in Reichweite. Im anschließenden Stehendanschlag patzte die Wallgauerin dann allerdings zweimal und musste in die Strafrunde abbiegen. Dennoch, oder gerade deswegen, gab sie in der Loipe wieder einmal alles und kam am Ende bis auf 22,5 Sekunden an Domracheva heran beziehungsweise wurde um nur 0,4 Sekunden von der Ukrainerin Valj Semerenko auf den 5. Platz verwiesen. Da ihre härteste Verfolgerin im Gesamtweltcup hinter ihr blieb und den 9. Platz belegte, hatte das Ganze einen positiven Nebeneffekt. Lena bleibt im Gelben Trikot und liegt nun 10 Punkte vor der Schwedin.

Andrea Henkel war unter den Athletinnen, welche die Schießprüfungen mit 10 Treffern ins Schwarze absolvierten. Die Großbreitenbacherin wirkte jedoch nicht ganz so spritzig und konnte mit den führenden Konkurrentinnen in der Loipe nicht ganz mithalten. Dennoch befindet auch sich Andrea mit einem Abstand von 32,7 Sekunden immer noch auf Schlagdistanz für den Verfolger, wird sicherlich hier noch einmal angreifen und versuchen von Platz 6 aus weiter nach vorne zu kommen. Als nächste DSV-Skijägerin folgt Tina Bachmann auf Platz 11. Eine Platzierung unter den besten Zehn verbaute sie sich in erster Linie durch ihren zweiten Anschlag, bei dem eine Patrone die Scheibe verfehlte. Insgesamt betrachte konnte aber auch sie wieder überzeugen und bewies, dass die Zukunft ihr gehört. Unmittelbar hinter ihr sprintete Simone Hauswald auf den 12. Rang. Sie leistete sich sogar im Liegendschießen eine Strafrunde mehr, lief dafür jedoch was das Zeug hielt. Im Ziel trennten Simi lediglich 6 Sekunden von der Teamkollegin, was erneut positiv für ihre derzeitige Laufform sprach.

Nach den Erfolgen im Europacup feierte Kathrin Hitzer an diesem Samstag ihre Rückkehr in den A-Kader, konnte allerdings nicht ganz an ihrer vorangegangenen Leistungen anknüpfen. Bei beiden Schießeinlage handelte sie sich jeweils einen Fehler ein und musste 150 Meter extra laufen. Da es zudem läuferisch nicht ganz so klappte, kam die Freundin von Michael Greis nicht über einen 20. Platz hinaus. Für alle Fans von Martina Beck gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute ist, dass bei ihr endlich mal die "0" stand und es fehlerfrei durch ein Einzelrennen schaffte. Dafür wurde sie aber mit dem zweitschlechtesten Ergebnis in dieser Saison "belohnt", womit wir bei der schlechten Nachricht sind. Im direkten Vergleich zum Sprintrennen in Antholz liess sie rund 2 Minuten auf der Strecke liegen und konnte so aus ihrem hervorragenden Resultat am Schießstand kein Kapital schlagen. Sie erreichte am Ende nur den 31. Platz, wird morgen aber sicherlich alles geben um einige Positionen gutzumachen. Insgesamt kamen 5 DSV-Damen unter die besten 12 und sorgten für ein tolles Mannschaftsergebnis.

(Fotos © Mikko Stig / Lehtikuva / AFP Photo)



Datum: 13.03.2010 - 21:28:20 Verfasst von: Dominik

Norwegen gewinnt die Mixed-Staffel in Kontiolahti vor Deutschland und Italien / Aufholjagd von Lena / Weltcupdebüt für Erik Lesser

Nach den olympischen Winterspielen in Vancouver und der anschließenden Pause ging es heute im Weltcupgeschehen weiter. Im finnischen Kontiolahti stand die Mixed-Staffel auf dem Plan, bei der sich insgesamt 17 Nationen gemessen haben. Da diese Disziplin immer noch nicht den Stellenwert wie andere hat, kamen auch dieses Jahr nicht alle Topathleten zum Einsatz beziehungsweise es wurde stellenweise sogar experimentiert. So kam innerhalb der deutschen Mannschaft Erik Lesser zu seinem Weltcupdebüt und auch der junge Simon Schempp aus Mutlangen durfte wieder an den Start gehen.

Den Anfang als Startläuferin machte jedoch Kati Wilhelm, welche in den letzten Tagen - für viele überraschend - bereits vorzeitig ihren Rücktritt bekannt gab. Während auf der Eingangsrunde noch alles nach Plan lief und sich die Thüringerin an der Spitze festsetzen konnte, verfehlte sie gleich beim ersten Schießen zwei Scheiben und musste nachladen. Mit einem Rückstand von rund 22 Sekunden ging es zurück auf die Strecke. Hier konnte Wilhelm nur wenig Boden gutmachen und lief dem Hauptfeld mehr oder weniger hinterher. Dies sollte sich auch nach dem Stehendschießen nicht groß ändern, als sie abermals zwei Patronen daneben setzte und der Absatz zur führenden Nation auf mehr als eine Minute anwuchs. Zwar wurde dieser auf der letzten Runde etwas geringer, doch die Tatsache, dass Kati Wilhelm auf Platz 12 liegend auf Magdalena Neuner wechselte, blieb bestehen.

Daraufhin lag es an der frischgebackenen Doppelolympiasiegerin das deutsche Team wieder auf Kurs zu bringen. Trotz der vielen Termine in den vergangenen Tagen und nur 4 Trainingseinheiten, gelang ihr dies jedoch mit Bravour. Bereits auf den ersten zwei Kilometern konnte sie den Rückstand nach vorne halbieren und reihte sich nach einem schnellen ersten Schießen, bei dem sie einmal nicht auf Anhieb ins Schwarze traf, als Fünfte zurück in die Loipe. Anschließend spielte Lena erneut ihre große Stärke aus und lief auf die bis dahin führenden Weissrussen heran. Als Darya Domracheva vorlegte, versuchte die Wallgauerin mit einer sehr schnell geschossenen Serie nachzuziehen und lieferte ein fast perfektes Schießen ab. Lediglich die vierte Scheibe blieb stehen, wurde von ihr aber dann souverän und ohne Zögern mit dem ersten Nachlader abgeräumt. Dadurch schob sich die DSV-Auswahl wieder auf den zweiten Platz nach vorne und war auf Schlagdistanz zum ersten Platz. Zwar konnte Lena letztendlich nicht die Führung übernehmen, doch dafür wechselte sie mit einem Rückstand von nur 4 Sekunden auf Erik Lesser.

Lesser heftete sich an die Fersen von Alexandr Syman und konnte mit diesem auf der ersten Schleife gut mithalten. Beim Liegendschießen zeigte sich der Weissrusse nervenstark und setzte den Deutschen mit einem fehlerfreien Anschlag unter Druck. Doch auch der Weltcupneuling behielt die Ruhe und musste nur ein einziges Mal nachladen. Der Abstand wurde nur minimal größer, so dass das Rennen weiterhin spannend blieb. Erik zeigte in dieser Situation eine sehr solide Leistung konnte die Distanz zum Führenden wahren. Daraufhin ergab sich auch beim zweiten Anschlag ein ähnliches Bild; Syman gläntze abermals mit einer Nullfehlerserie, doch auch Lesser traf alles außer der letzten Scheibe und begab sich unter Zuhilfenahme einer weiteren Reservepatrone auf die Verfolgung. Auf den letzten 1,5 Kilometer rückte dann auf einmal Norwegen heran und überholte beide Teams an der Spitze. Trotzdem gelang es Lesser den Weissrussen zu stellen und den Rückstand bis zum Wechsel mit rund 8 Sekunden in Grenzen zu halten.

Schlußläufer Simon Schempp lag somit auf Position 3 immer noch gut im Rennen. Zum siebten Schießen hin waren sie dann alle drei vereint, wobei hier sogar noch Russland ins Spiel kam. Während diese sich allerdings durch Maxim Tchoudov eine Strafrunde einhandelten, trafen die anderen Athleten alle Scheiben und bildeten ein Dreigespann an der Spitze. Da auf der Strecke keiner so richtig absetzen konnte, fiel die Entscheidung um die Podestplätze beim letzten Schießen. Hier hatte Tarjei Boe das bessere Ende für sich und verliess den Schießstand mit einem makellosen Ergebnis als Erstes. Aber auch der Deutsche schoss wieder gut und setzte nur einen Schuss daneben. Zu seinem Glück verfehlte Sergey Novikov gleich zweimal die letzte Scheibe, so dass sich Simon als Zweiter in die letzte Schleife ging. Der Rückstand auf Norwegen war nicht mehr wettzumachen, doch Deutschland konnte sich dennoch über einen tollen zweiten Platz freuen, den man vorallem der hervorragenden Leistung von Neuner zu verdanken hat. Außerdem möchte man aufgrund der guten Leistungen von Lesser und Schempp fast fragen "Warum sind die nicht bei Olympia gelaufen?!"

(Fotos © Mikko Stig / Lehtikuva / AFP Photo)



Datum: 12.03.2010 - 23:43:01 Verfasst von: Dominik

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